Ohrkorrektur
Abstehende Ohren sind eine häufig vorkommende Missbildung. Obwohl die Funktion dadurch nicht behindert ist, kann diese Abweichung sowohl bei einem Kind als auch bei einem Erwachsenen Scham- und Minderwertigkeitsgefühle auslösen und sich somit negativ auf die seelische Gesundheit auswirken. Leidet das Selbstwertgefühl wegen der Ohren, dann sollten Sie sich nicht allzu lange auf Alternativen zu einer Operation besinnen. Denn durch eine operative Korrektur ist es möglich, die eigene Zufriedenheit zu steigern und seelische Fehlentwicklungen zu vermeiden.
Während im Kindergarten das Aussehen kaum zum Gegenstand von Gespött wird, da die Jungen und Mädchen in diesem Alter noch nicht besonders auf Äußerlichkeiten fixiert sind, ändert sich dies mit Eintritt in die Schule manchmal entscheidend. Hänseleien können das Kind stark beeinträchtigen und ihm die Lust an der Schule oder am Kontakt mit anderen Kindern verleiden. Durch eine Ohrkorrektur lässt sich verhindern, dass das Kind bei Eintritt in die Schule durch seine oftmals rauen Klassenkameraden gekränkt wird.
Was die Ohrkorrektur bei einem Kind betrifft, so ist es sehr wichtig, dass das Kind selbst den Eingriff will oder ihn zumindest nicht ablehnt. Ein günstiger und empfohlener Operationszeitpunkt liegt vor der Einschulung, da das Ohr im sechsten Lebensjahr fast ausgewachsen ist und seine Form nicht mehr wesentlich ändert. Ein etwas längeres Zuwarten bringt den Vorteil, dass das ältere Kind, etwa ab dem zehnten Lebensjahr, in örtlicher Betäubung mit oder ohne Dämmerschlaf operiert werden kann. Im Erwachsenenalter kann die Ohrkorrektur jederzeit vorgenommen werden, solange die allgemeine Operationsfähigkeit gegeben ist; hier gibt es keine Altersbeschränkung.
Allgemein wird bis zum neunten oder zehnten Lebensjahr die Vollnarkose empfohlen, ab dem 16. Lebensjahr die örtliche Betäubung. Im Alter zwischen etwa acht und 15 Jahren richtet man sich in der Wahl des Narkoseverfahrens nach der Vorstellung und der Reife des Kindes und wägt dann sorgfältig ab. Viele Narkoseärzte bieten bereits bei einem jüngeren Kind die örtliche Betäubung mit Dämmerschlaf an, wenn ihnen das Kind einsichtig erscheint. Die Korrektur abstehender Ohren ist keineswegs eine Domäne der Frauen. Etwa ein Drittel der Patienten, die eine Operation zum Ohranlegen wünschen, sind Jungen oder Männer. Bei abstehenden Ohren handelt es sich meist um eine zu schwach ausgeprägte Ohrmuschelfalte, die mittels Knorpelentnahme, Knorpelschwächung und Nahtfixation in die richtige Position gebracht und dort gehalten wird. Verkleinerungen des Ohres oder der Ohrmuschel, Randkorrekturen oder Größen- und Stellungsänderung der Ohrläppchen erfordern andere operative Verfahren.
Größere Vorbereitungen sind für eine Ohrkorrektur nicht erforderlich. Das Rauchen sollte jedoch zwei Wochen vor und zwei Wochen nach dem Eingriff eingestellt werden. Die Einnahme von Substanzen, welche die Blutgerinnung hemmen, wie Aspirin oder Markumar, muss mindestens eine Woche vor der Operation in Absprache mit dem behandelnden Arzt ab- oder umgesetzt werden.
Erfreulicherweise ist die Ohrkorrektur ein Eingriff, bei dem schwere oder lebensbedrohliche Komplikationen nahezu ausgeschlossen und bleibende Schäden sehr selten sind. Gesundheitsgefährdend kann jedoch eine Blutung oder Nachblutung sein, die während der Operation, sofort in den ersten Stunden nach der Operation oder in den ersten zehn Tagen nach dem Eingriff auftreten kann. Eine solche Blutung oder Nachblutung kann eine erneute Behandlung erfordern und das ästhetische Ergebnis der Operation gefährden.
Sie sollten sich ein breites, einigermaßen festes Stirnband besorgen, das Sie nach dem Eingriff tragen können. Waschen Sie das Haar am Tag vor der Operation am besten mit einem desinfizierenden Shampoo. Haareschneiden ist nicht notwendig. Bedenken Sie bitte, dass ein akuter Infekt das Narkose- und Operationsrisiko so sehr steigert, dass ein Eingriff ausgeschlossen ist. Um den Termin für die Ohrkorrektur wahrnehmen zu können, sollten Sie eine Ansteckung möglichst vermeiden.
Zur Operation kommen Sie bitte nüchtern, auch wenn diese bei örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Die Dauer des Eingriffs beträgt ungefähr eine Stunde für jede Seite.
Nach der Operation sollten die Ohren durch einen gut sitzenden Verband und anschließend durch ein Stirnband für zehn Tage in Form gehalten werden, damit sie nicht abknicken. Außerdem ist es wichtig, dass Sie während dieser Zeit ein Antibiotikum einnehmen, damit es zu keiner Infektion kommt. Schwellungen und Blutergüsse gehen nach etwa acht Tagen deutlich zurück.
Am dritten und sechsten Tag nach der Operation erfolgt ein Verbandswechsel durch den Arzt. Das Haarewaschen ist während dieser Zeit noch nicht möglich, sondern erst frühestens nach Abnahme des bei der Operation angelegten elastischen Verbands, das heißt nach etwa acht bis zehn Tagen. Der Schulbesuch oder die Arbeit sind dadurch jedoch nicht eingeschränkt.
Das Nahtmaterial wird je nach Faden nach sechs bis zehn Tagen entfernt. Das Stirnband sollten Sie nachts für weitere zwei bis sechs Wochen tragen, damit das Ohr in Form gehalten wird. Zudem ist es wichtig, das Ohr auch tagsüber zu schonen. Beim Haarewaschen bitte sehr vorsichtig sein, damit es nicht abgeknickt und die Wunde nicht zu sehr strapaziert wird.
Beim Auftreten von Schmerzen, Pochen im Ohr oder einem starken Druckgefühl muss sofort der Arzt verständigt werden. Denn in diesen Fällen ist eine umgehende Kontrolle notwendig.
Schon nach zehn Tagen gibt es keinerlei gesellschaftliche Beeinträchtigungen mehr. Leichten körperlichen Tätigkeiten können Sie bereits nach drei bis sieben Tagen nachgehen, leichten Sport können Sie nach sechs bis acht Wochen ausüben. Was größere Belastungen oder Sport betrifft, so sollten Sie etwa drei Monate vorsichtig sein. Intensive Sonneneinstrahlung oder größere Kälte sollten Sie für drei bis sechs Monate vermeiden, bei Störungen der Berührungsempfindlichkeit noch länger. Erst nach sechs Monaten ist das Ohr wieder so fest und so stabil, wie es vor der Operation war.
Für die Hygiene der neu gebildeten Falte hinter dem Ohr und bei Berührungsempfindlichkeit wird empfohlen, diese Falte mindestens zweimal pro Woche mit einem Wattestäbchen und Babyöl oder weicher Hautcreme zu reinigen. Bildet sich ein nässendes Ekzem, so informieren Sie bitte den Arzt.
Eine Überempfindlichkeit der Ohrmuscheln kann bis zu sechs oder acht Wochen lang bestehen bleiben; das Temperaturempfinden kann nach der Operation verändert sein. Eine Entzündung der Wunde oder des Ohrknorpels ist ebenfalls selten, kann aber die Heilung verzögern und unschöne Narben hervorrufen. Eine Fadenabstoßung kann nach Wochen oder Monaten auftreten.
Wenn kleine Narben hinter dem Ohr entstehen, können diese mit Narbensalbe behandelt werden. Falls die Narben Ihrem oftmals äußerst kritischen Blick nicht standhalten, sind Nachkorrekturen höchstens nach einem Jahr durchzuführen, da es wichtig ist, die Heilungsprozesse abzuwarten. Da der chirurgische Zugangsweg bei abstehenden Ohren auf der Rückseite liegt, verbleiben in der Regel jedoch keine sichtbaren Narben.